Kann Südtirol etwas gegen die hohen Spritpreise tun?
Stimmt es wirklich, dass Südtirol nichts gegen die hohen Spritpreise tun kann?
Nein!
Südtirol hat – genau wie Friaul‑Julisch Venetien – die Kompetenz, die Spritpreise autonom senken zu können.
Bisher nutzt die SVP-geführte Landesregierung diese Möglichkeit jedoch nur für Grenzgemeinden. Und das nicht, um dort die Bürger zu entlasten, sondern um zu verhindern, dass die Obervinschger oder Pusterer nach Österreich zum Tanken fahren.
Die Lebenshaltungskosten sind in Südtirol in den letzten Jahren explodiert und die reale Kaufkraft ist in vielen Berufsbildern gesunken. Gerade in einem überwiegend ländlichen und alpinen Land, in dem sehr viele Menschen auf das Auto angewiesen sind, stellen hohe Treibstoffpreise eine erhebliche Belastung für Familien, Pendler und Betriebe dar.
Öffis wie Bus und Bahn tragen auch in Südtirol dazu bei, die individuelle Mobilität gut zu ergänzen, doch sie können das eigene Fahrzeug auf dem Berg und in den ländlichen Gebieten nie ersetzen und der Umstieg auf Elektromobilität ist noch nicht für alle leistbar und anwendbar.
Eine verantwortungsbewusste Südtiroler Landespolitik darf sich deshalb nicht darauf beschränken, auf Entwicklungen am Weltmarkt oder Entscheidungen in Rom zu verweisen, sondern muss die vorhanden Spielräume der Autonomie nutzen, um Bürgerinnen und Bürger sowie die heimische Wirtschaft wirksam zu entlasten.
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