Der Wolf in Südtirol
Bestand, Entnahmen und Kosten: Wo Südtirols Wolfsmanagement an seine Grenzen stößt
Die Zahl der Wölfe in Südtirol wächst. Gleichzeitig fehlen klare Regeln für den Umgang mit Paarbildungen, Rudeln und auffälligen Tieren.
Auch bei Entnahmeverfahren, Zuständigkeiten und Kosten bleiben wichtige Fragen offen. Die Neue Südtiroler Tageszeitung hat die aktuelle Situation nach einer Landtagsanfrage von Andreas Leiter Reber ausführlich aufgegriffen.
Hier geht es zum Artikel „Unter Wölfen“.
Diese Seite gibt einen kompakten Überblick über die Anfragen, Antworten und Medienberichte zum Thema.
Der politische Werdegang im Überblick
Die Wildbeobachtungsstelle erstellt jene Gutachten, die vor einer Wolfsentnahme erforderlich sind. Zu Beginn der neuen Legislaturperiode war dieses Gremium jedoch noch nicht neu eingesetzt.
Auf die Anfrage antwortete Landesrat Luis Walcher, dass die Ernennung noch nicht erfolgt sei, aber zeitnah vorgenommen werden solle.
Nach der Genehmigung zur Entnahme zweier Wölfe im Obervinschgau fragte Andreas Leiter Reber nach Gutachten, Einsatzzeiten, Ausrüstung und Ablauf.
Die Einsatzgruppe war laut Landesregierung rund um die Uhr im Gebiet tätig. Wie viele Personen daran beteiligt waren, wurde nicht genannt.
Wie viele Personen waren bei der vorgesehenen Wolfsentnahme im Obervinschgau im Einsatz? Wie viele Stunden wurden geleistet? Und auf welcher Grundlage wurde das Gebiet als Weideschutzgebiet ausgewiesen?
Die Antwort ergab knapp 500 Einsatzstunden innerhalb weniger Tage. Die Einstufung als Weideschutzgebiet erfolgte über eine geostatistische Analyse und das Almregister, nicht über einen Lokalaugenschein.
Wie hoch sind die Ausgaben für Hubschrauberflüge, DNA-Analysen, Entschädigungen und Herdenschutz?
Für die Jahre 2023 und 2024 wurden rund 146.800 Euro an Entschädigungen für Wolfsrisse ausbezahlt. Die DNA-Analysen kosteten rund 66.450 Euro. Für Herdenschutzmaßnahmen wurden ebenfalls erhebliche öffentliche Mittel aufgebracht. Eine vollständige Einschätzung der jährlichen Gesamtkosten konnte die Landesregierung nicht vorlegen.
Wie groß ist die Einsatzgruppe des Landes? Wie werden ihre Mitglieder vergütet? Und welche zusätzlichen Kosten entstehen dadurch?
Die Landesregierung nannte weder die Anzahl der Mitglieder noch die Gesamtkosten. Bekannt wurde lediglich, dass das eingesetzte Personal seit 2025 eine Aufgabenzulage in Höhe von 35 Prozent des Anfangsgehalts der jeweiligen Funktionsebene erhält.
Nachdem zentrale Fragen zu den Kosten der Wolfsentnahme unbeantwortet geblieben waren, hakte Andreas Leiter Reber erneut nach.
Die Antwort: Im Zuge der Abschussverordnung im Vinschgau wurden 27 Hubschrauberflüge durchgeführt. Die Kosten beliefen sich auf 22.511 Euro. Wie viele Personen Teil der Einsatzgruppe waren, wurde weiterhin nicht offengelegt.
Wie viele Rudel und territoriale Paare gibt es in Südtirol? Wo haben sich neue Paarbildungen ergeben? Und welche Kriterien gelten, wenn Wölfe aus Rudeln auffällig werden?
Die Antwort der Landesregierung zeigt: Südtirol zählt mehr als 98 Wölfe, mindestens neun Rudel und acht territoriale Paare. Eigene Kriterien für verhaltensauffällige Wölfe wurden bisher nicht festgelegt. Auch ein Zeitplan für ein neues Großraubwildgesetz fehlt.
Nachgelesen: Das schreiben die Medien
[Die Neue Südtiroler Tageszeitung, 11.07.2026]
So viel bezahlt das Land für den Wolf
[Dolomiten, 19.09.2025]
[Der Vinschger Wind, 21.08.2025]
[Die Neue Südtiroler Tageszeitung, 14.08.2025]
[Südtirol1, 13.08.2025]
[UnserTirol.com, 13.08.2025]
[Tageszeitung Online, 13.08.2025]
Wölfe: “Ohne weitere Abschüsse nur Kosmetik”
[Südtirol News, 12.08.2025]
Zum Heulen? Die erfolglose Jagd auf den Wolf
[Dolomiten, 09.08.2025]
[Die Neue Südtiroler Tageszeitung, 01.08.2025]
Das Dilemma mit dem Herdenschutz
[Dolomiten, 14.07.2025]