Elternzeit und Altersvorsorge

Politische Initiativen für eine bessere rentenmäßige Absicherung von Eltern in Südtirol

Frauen erhalten in Südtirol im Durchschnitt rund 30 Prozent niedrigere Sozialversicherungsrenten als Männer. Ein wesentlicher Grund dafür sind Erwerbsunterbrechungen und Teilzeitarbeit während der Familienphase. Gleichzeitig bestehen bereits regionale Förderungen zur rentenmäßigen Absicherung von Erziehungszeiten – doch reichen diese aus?

   

Andreas Leiter Reber setzt sich deshalb für eine bessere Anerkennung von Erziehungsarbeit bei der Altersvorsorge ein. Ziel ist es, bestehende Förderungen weiterzuentwickeln und zu prüfen, welche Modelle zur rentenmäßigen Absicherung von Eltern in Südtirol möglich und finanzierbar wären.

   

Mit einem Beschlussantrag zum Nachtragshaushalt wollte Leiter Reber die Landesregierung verpflichten, erstmals die Kosten verschiedener Modelle berechnen zu lassen und internationale Vorbilder zu prüfen. Obwohl der Antrag von der gesamten Opposition unterstützt wurde, lehnte ihn die Regierungsmehrheit mit 16:16 Stimmen ab. Unterstützt wurde der Antrag unter anderem auch vom Autonome Südtiroler Gewerkschaftsbund (ASGB). 

   

Über den Vorstoß berichteten unter anderem die Tageszeitung Dolomiten und die Neue Südtiroler Tageszeitung:

So stimmten die Abgeordneten ab

16 Ja - 16 Nein

Die gesamte Opposition unterstützte den Antrag, die Regierungsmehrheit lehnte ihn geschlossen ab.

Dagegen stimmten:

SVP: Achammer Philipp, Alfreider Daniel, Amhof Magdalena, Brunner Peter, Deeg Waltraud, Kompatscher Arno, Locher Franz Thomas, Messner Hubert, Noggler Josef, Pamer Rosmarie, Schuler Arnold, Stauder Harald, Walcher Luis

Die Freiheitlichen: Mair Ulli

Fratelli d'Italia: Scarafoni Anna

La Civica: Gennaccaro Angelo

   

Dafür stimmten:

Freie Fraktion: Leiter Reber Andreas

Für Südtirol mit Widmann: Widmann Thomas (FSW)

Grüne: Foppa Brigitte, Oberkofler Zeno, Rohrer Madeleine

JWA: Wirth Anderlan Jürgen (JWA)

Partito Democratico: Repetto Sandro

Süd-Tiroler Freiheit: Atz Myriam, Knoll Sven, Rabensteiner Hannes, Zimmerhofer Bernhard

Team K: Köllensperger Paul, Ploner Alex, Ploner Franz, Rieder Maria Elisabeth

Wir Bürger: Colli Andreas

 

 

Short facts

November 2025 – Erste Anfrage zu Mutterschutzdaten

Den Ausgangspunkt bildete eine Aktuelle Fragestunde zu den Daten der obligatorischen Mutterschaftszeit. Andreas Leiter Reber wollte wissen,

  • wie viele Mütter zwischen 2020 und 2024 Mutterschutz beantragt haben,
  • welche Leistungen dafür ausbezahlt wurden und
  • wie viele Frauen im öffentlichen Dienst betroffen waren. 

Die Landesregierung konnte einen Großteil dieser Daten zunächst nicht liefern. Erst schriftlich wurden Teilzahlen für Landesverwaltung, Schulen und Sanitätsbetrieb nachgereicht. Angaben zu den tatsächlichen Kosten oder zu den NISF-Daten fehlten weiterhin. 

Zur Anfrage

November 2025 – Zuschüsse für Erziehungsjahre

In einer weiteren Anfrage untersuchte Leiter Reber erstmals die bestehenden regionalen Förderungen zur rentenmäßigen Absicherung der Erziehungsjahre.

Die Antwort zeigte:

  • Zwischen 2020 und 2024 wurden über 23,9 Millionen Euro ausbezahlt.
  • Insgesamt profitierten 8.279 Antragstellerinnen und Antragsteller.
  • Der Großteil entfiel auf Teilzeitbeschäftigte, Personen ohne Pflichtversicherung sowie Selbstständige und Freiberufler

Diese Daten bildeten später eine wichtige Grundlage für die Diskussion über eine mögliche Weiterentwicklung der Förderung.

Zur Anfrage

Mai 2026 – Folgeanfrage: Wo bleiben die Daten?

Da wesentliche Informationen weiterhin fehlten, stellte Andreas Leiter Reber eine Kontrollanfrage.

Dabei wurde insbesondere hinterfragt,

  • ob das Land die angekündigten Daten überhaupt beim NISF/INPS angefordert hatte,
  • weshalb diese dem Landtag nicht vorgelegt wurden und
  • welche Stelle künftig für eine vollständige Datenerhebung zuständig sein soll.

Die Antwort bestätigte schließlich, dass die Landesregierung entsprechende Daten des NISF grundsätzlich nicht selbst erhebt und Abgeordnete direkt an das Fürsorgeinstitut verweist. Gleichzeitig wurden erstmals Jahreszahlen veröffentlicht, in denen allerdings Mutterschafts- und Vaterschaftszeiten gemeinsam ausgewiesen wurden.

Zur Anfrage

Juli 2027 – Beschlussantrag zum Nachtragshaushalt: Rentenlücke bei Müttern verringern

Erstmals brachte Andreas Leiter Reber das Thema als konkreten Beschlussantrag in den Landtag.

Der Antrag sah ausdrücklich keine sofortige Einführung neuer Leistungen vor. Vielmehr sollte die Landesregierung

  • verschiedene Modelle berechnen,
  • internationale Beispiele prüfen und
  • bestehende Förderungen weiterentwickeln.

Obwohl die gesamte Opposition den Antrag unterstützte, lehnte ihn die Regierungsmehrheit mit 16:16 Stimmen ab.

Zum Beschlussantrag

Video: Rentenlücke bei Müttern verständlich erklärt

Warum erhalten Frauen im Alter deutlich niedrigere Renten als Männer? Andreas Leiter Reber erklärt im Video 👇, weshalb Erziehungsarbeit noch immer zu finanziellen Nachteilen führt und warum er eine bessere rentenmäßige Absicherung von Müttern in Südtirol fordert. 

Nachgelesen: Aktuelle Medienberichte

„Verpasste Chance“

[Die Neue Südtiroler Tageszeitung, 23.07.2026]

„Nicht hinnehmbar“

[Die Neue Südtiroler Tageszeitung, 23.07.2026]

„SVP ist 12 Jahre untätig geblieben“

[tageszeitung.it, 23.07.2026]

Für eine rentenmäßige Absicherung

[Dolomiten, 23.07.2026]

Rentenlücke im Fokus

[Dolomiten, 22.07.2026]

 

Presseaussendungen

16 zu 16: Im Landtag keine Mehrheit für Mütterrente

[22.07.2026]

Könnte sich Südtirol eine rentengedeckte Elternzeit leisten?

[22.07.2026]

Aus dem Landtag:

Debatte zur Rentenabsicherung von Müttern

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