Gästebetten: Denkmalschutz und Neueinsteiger haben es schwer
Pressemitteilung vom 30.07.2026
500 Landesbetten sollen vergeben werden - Leiter Reber fordert Priorität beim Erhalt von Baudenkmälern
Unzufrieden über die geplanten Kriterien für die Vergabe von 500 Gästebetten aus dem Landesbettenkontingent zeigt sich der Freie Abgeordnete Andreas Leiter Reber. Diese Betten sollen auf Vorschlag von Landesrat Walcher vorrangig an strukturschwache Gemeinden und bereits bestehende Hotels vergeben werden. „Denkmalgeschützte Gebäude, deren Erhalt durch eine touristische Nutzung gesichert werden könnte, müssen absolute Priorität haben“, so Leiter Reber.
Seit Einführung des sogenannten Bettenstopps vor vier Jahren, müssen Touristiker und solche die es werden wollen, neue Gästebetten über das Bettenkontingent der Gemeinde oder über das Landesbettenkontingent beantragen. Da die Gemeinden bei der Bettenvergabe meist bestehenden Betrieben den Vorrang geben, bleiben Neueinsteiger oft außen vor und auch der Denkmalschutz spielte bisher keine Rolle. „Die Vermietung von Zimmern oder Ferienwohnungen hat in Südtirol viele ortsbildprägende Häuser vor dem Verfall gerettet“, erinnert Leiter Reber . Heuer im Frühjahr hat er im Landtag durchgesetzt, dass denkmalgeschützte Gebäude zumindest bei der Vergabe von Landesbetten Vorrang bekommen sollen, da die Sanierung baufälliger historischer Gebäude zu rein privaten Wohnzwecken für die Besitzer oft kaum finanzierbar sei.
Nun will Tourismuslandesrat Walcher jetzt erstmals Betten aus dem Landesbettenkontingent vergeben. Vorrang haben Betriebe in den touristisch gering entwickelten Gemeinden, Betriebsnachfolger und nachhaltige Betriebskonzepte. Erst danach soll der Erhalt eines denkmalgeschützten eine Rolle spielen. „Die geplanten Vergabekriterien sind zwar legitim, doch bei 500 Betten die jetzt vorrangig an schon bestehende Betriebe in den 54 touristisch schwachen Gemeinden vergeben werden, sind das keine 10 Betten pro Gemeinde, da bleibt für denkmalgeschützte Gebäude nicht viel übrig. Der Intention des Landtagsbeschlusses wird das keinesfalls gerecht“, ärgert sich der parteifreie Abgeordnete.
„Diese Kriterien sorgen dafür, dass bestehende Hotels neue Betten dazubekommen, anstatt dass mehr Familien von der gleichen Bettenanzahl ein Einkommen erwirtschaften können. Vor allem aber schweigt sich die Landesregierung darüber aus, dass innerhalb der historischen Ortszentren, also in den ehemaligen A-Zonen gar kein Bettenstopp gilt. In allen Ortszentren Südtirols können sämtliche Gebäude, darunter auch die meisten denkmalgeschützten Häuser - von den Bozner Lauben über den Kalterer Marktplatz bis zum Brunecker Graben - uneingeschränkt touristisch genutzt werden. Da auch der Urlaub auf dem Bauernhof vom Bettenstopp ausgenommen ist, bleiben im landwirtschaftlichen und privaten Grün nur wenige denkmalgeschützte Privathäuser übrig, die aber für den Slogan „Bettenstopp“ und die vermeintlich harte Hand der SVP gegen den Overtourismus draufzahlen müssen.
Leiter Reber appelliert an die Landesregierung, bei der Vergabe von „Landesbetten“ denkmalgeschützten Häusern klaren Vorrang zu geben oder sie wie die historischen Ortszentren generell vom Bettenstopp zu befreien. „Selbstverständlich kann diese Befreiung an ein nachhaltiges Betriebskonzept und an die Verwendung lokaler Produkte geknüpft sein, aber gebt den Leuten eine Chance ihre Baudenkmäler zu erhalten“ so der freie Abgeordnete.
Weitere Artikel & Beiträge zum Thema:
Beschlussantrag zu Landesgesetzentwurf Nr. 6/64/26-XVII
Landesbettenkontingent: Vorzugsschiene für Baudenkmäler und bestehende Kubatur
Anfrage zur aktuellen Fragestunde Nr. 71/11/24-XVII vom 29.10.2024:
Zwei Jahre nach dem "Bettenstopp": Weiß die Landesregierung inzwischen wie viele Betten sie stoppen will?
Anfrage zur aktuellen Fragestunde Nr. 12/02/26-XVII vom 26.01.2026
Betten-Stop-and-Go
Interview mit Andreas Leiter Reber in der ff - Das Südtiroler Wochenmagazin vom 14. Juli 2022
Themenseite “Gästebetten, Bettenstopp und klare Regeln”
Für Deine Sicherheit
Gib bitte den OTP-Code ein,
welchen Du gerade eben per SMS
erhalten hast.
Hmmm…
Leider hat etwas nicht geklappt.
Hast du die Nummer korrekt eingegeben?
Versuche es bitte noch einmal!
Freie Info
Freie Kontrollen
Schreibe den ersten Kommentar