Südtirols Spritpreise seit Jahren am höchsten

03.04.2026

Leiter Reber: „Land kann und muss endlich selbst handeln“

Bei einer Pressekonferenz hat der freie Landtagsabgeordnete Andreas Leiter Reber aufgezeigt, dass Südtirol längst über die gesetzliche Möglichkeiten verfügt, die Treibstoffpreise selbst zu senken – diese bisher jedoch nicht nutzt. Während die Region Friaul-Julisch-Venetien allen Ansässigen Tankrabatte gewährt, mache dies Südtirol lediglich für wenige Grenzgemeinden.

    

„Südtirol zählt innerhalb Italiens seit Jahrzehnten zu den Provinzen mit den teuersten Spritpreisen. Zwischen 55 und 60 Prozent des Treibstoffpreises fallen dabei auf Steuern. Zwar fordert die SVP-geführte Landespolitik regelmäßig Rom auf, die Akzisen zu senken und die Bürger zu entlasten, doch selbst ist sie dazu bisher nicht bereit“, so der parteifreie Abgeordnete. Mit einem Beschlussantrag im Landtag fordert Leiter Reber deshalb die Landesregierung auf, eine Reduzierung der Treibstoffpreise für alle Ansässigen umzusetzen. Ähnlich im Friaul schwebt ihm dabei ein Preisnachlass von 10 bis 15 Cent pro Liter auf dem ganzen Landesgebiet vor. Das wären rund 4-5 Euro Ersparnis bei einer durchschnittlichen Volltankung.

   

Geld sei dafür laut Leiter Reber genug da: „Die Teuerung spült ständig mehr Steuereinnahmen in den Landeshaushalt, der heuer erstmals auf 10 Milliarden Euro ansteigen wird. Vor zehn Jahren waren es noch knappe 6 Milliarden. Höchste Zeit die Bürger zu entlasten“.

   

Dass solche Maßnahmen grundsätzlich auch in Südtirol möglich sind, zeige die bereits bestehende Regelung für grenznahe Gemeinden. „Diese wurde in Südtirol allerdings nur in den Grenzgemeinden zu Österreich eingeführt, um den sogenannten Tanktourismus ins Ausland zu verhindern – und nicht ausgeweitet, um die Bevölkerung landesweit zu unterstützen“, so der freie Abgeordnete.

   

„Steigende Treibstoffpreise treiben immer auch die allgemeinen Lebenshaltungskosten und die Inflation in die Höhe. Wir müssen in Südtirol und in Europa zusehen, die erneuerbaren Energien zu stärken, um künftig unabhängiger von den internationalen Ölmarkten zu werden. Das wird noch einige Jahre dauern, Südtirols Bürger und Wirtschaft müssen aber schon jetzt entlastet und die Teuerungswelle abgefedert werden“, schließt Leiter Reber.

   

Der Beschlussantrag wird nach Ostern im Südtiroler Landtag behandelt.

    

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