Leiter Reber: SVP lässt Obst- und Weinbauern hängen

11.06.2026

Gesamte Opposition unterstützt Antrag für faire Förderung – Regierungsmehrheit dagegen

Im Südtiroler Landtag wurde gestern ein Antrag des freien Abgeordneten Andreas Leiter Reber zur Berücksichtigung der Obst- und Weinbaubetriebe bei den Landesförderungen behandelt. Obwohl die Erlöse seit zwanzig Jahren rückläufig sind, bleiben derzeit alle Obstbaubetriebe unabhängig ihrer Größe oder Steillage von den wesentlichen Betriebsförderungen ausgeschlossen. Die gesamte Opposition hat die Vorschläge zur Öffnung der Förderungen für Betriebsgebäude, Bewässerungssysteme und Steillagen unterstützt. Mit 17 zu 18 Stimmen hat sich die gesamte Opposition hinter Leiter Rebers Antrag gestellt, während ihn die Regierungsmehrheit abgelehnt hat.

       

Wer dem Vorurteil nachhänge, dass jeder Obstbauer auf einem zehn Hektar großen Hof sitze oder sechs Ferienwohnungen mit Jacuzzi vermiete, verkenne schlichtweg die Realität, mahnte Leiter Reber eingangs der Debatte an. Er zeigte auf, dass die Hälfte der 7.000 Südtiroler Obstbaubetriebe kleiner als 2,8 Hektar seien, und präsentierte die Statistik zu den seit Jahren rückläufigen Erlösen.

   

„Die meisten Betriebe sind längst auf einen Nebenerwerb angewiesen, um die Landwirtschaft querfinanzieren zu können. Für einen kleinen Hof, aber auch für viele Vollerwerbsbauern kann bereits der Ankauf eines Traktors oder die Sanierung des Betriebsgebäudes existenzbedrohend sein. Gleichzeitig haben sie aber keinen Zugang zu den allgemeinen Landesförderungen für Betriebsgebäude, Maschinen, betriebliche Beregnung, Feldwege oder Steilflächen“, so Leiter Reber.

    

„Die Grünen oder das TeamK stehen bestimmt nicht im Verdacht, Lobbyisten der Obstbauern zu sein, aber sie haben verstanden, dass es nicht darum geht, der Berg- und Grünlandwirtschaft etwas wegzunehmen, sondern, dass Obst- und Weinbaubetriebe einen fairen Zugang zu Betriebsförderungen brauchen und dass dafür auch zusätzliche Mittel aus dem Landeshaushalt verwendet werden müssen“, so Leiter Reber.

    

Dass ausgerechnet die Regierungsmehrheit rund um die SVP den Antrag abgelehnt hat, sei für Leiter Reber politisch erschreckend: „Wenn alle Oppositionskräfte quer durch die politischen Lager erkennen, dass Handlungsbedarf besteht und ausgerechnet die sogenannte Bauernpartei dagegen ist, dann zeigt das, wie weit sich die Landespolitik und ihre Vorfeldorganisationen von der Realität der Vollerwerbsbauern und Kleinbetriebe entfernt haben.“

    

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Namentliche Abstimmungen im Detail:

  1. Abstimmung: Prämissen
  2. Abstimmung: Bau & Sanierung von Betriebsgebäuden, Maschinen, Stützmauern und Wege
  3. Abstimmung: Betriebliche Beregnungsnetze
  4. Abstimmung: Mechanisierung und Maschinenankauf
  5. Abstimmung: Ausgleichszahlungen für Steillagen

#AusDemLandtag

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